Fünf englische Schimpfwörter für Anfänger*innen

Was sind die ersten Wörter, die „hängen bleiben“, wenn wir anfangen, eine neue Sprache zu lernen? Schimpfwörter natürlich.

Sie können eine Freundschaft  ins Leben rufen oder eine heftige Auseinandersetzung auslösen: Schimpfwörter können neue Beziehungen knüpfen und alte auftrennen. Wir von Gymglish (ein Anbieter von individuell angepassten Englischkursen) sind für Sie auf die Suche nach ein paar Schimpfwörtern gegangen, mit denen Sie Ihre meisterhafte Beherrschung der englischen Sprache unter Beweis stellen können. Hefte raus! 

Tosspot

Hier kommt die perfekte britische Beleidigung, auf die Sie schon immer gewartet haben! Das meist mit „Säufer“ übersetzte Wort tosspot kann ebenso gut einen Vollidioten bezeichnen.

Das englische Verb toss bedeutet so viel wie „werfen“ oder „schleudern“ … Da Bier früher in Keramikkrügen serviert wurde, beschrieb tosspot jemanden, der mit einem gewissen Elan zum Krug griff und ihn sozusagen bis hoch über den Kopf schwang. Heute bezeichnet tosspot einen lächerlichen, unausstehlichen, unangenehmen Mann … Also den perfekten Mann, meinen Sie? Wahrscheinlich.

Kultur-Bonus: Der Begriff taucht in dem Lied am Ende des Shakespeare-Werks Twelfth Night auf. Wer hätte das gedacht?

Vulgaritätsindex: ++

Douchebag

Diesen Begriff haben Sie sicher bereits in vielen US-amerikanischen Filmen gehört: Ein douchebag ist ein Mensch mit einer ganzen Reihe Charakterzüge: grob, unausstehlich, manchmal optisch ansprechend, auf systematische Weise lästig und unhöflich. Sie merken schon: Der douchebag vereint alle Tugenden in einer Person. 

Der Ursprung des Wortes geht angeblich auf den 1939 erschienenen Roman Ninety Times Guilty von Hickman Powell zurück, in dem ein gewisser Jimmy Douchebag eine Rolle spielt. 1946 schien der Begriff hauptsächlich im militärischen Kontext gebräuchlich zu sein und bezeichnete jemanden, der „dienstuntauglich“ war. Jahrelang galt das Schimpfwort als Unisex-Beleidigung, bis 1967 das Magazin American Speech den Begriff für „eine wenig attraktive Studentin“ verwendete oder „im erweiterten Sinne für jeden Menschen, den man verunglimpfen möchte“. Heute steht eindeutig fest: Der douchebag ist auf jeden Fall ein Mann (sorry, Jungs).

Info-Bonus: Der Begriff „douche“ bezeichnet wortwörtlich einen „Darmreiniger“. Hinreißend.

Vulgaritätsindex: +++

Snowflake

Diese recht moderne Beleidigung bezeichnet die „Generation Snowflake“, eine noch recht junge Bevölkerungsgruppe, die sich über alles empört. Diese jungen „Schneeflocken“, die sämtliche Vorteile der Individualität und die Bedeutung der freien Meinungsäußerung mit der Muttermilch aufgesogen haben, werden von ihren Zeitgenossen für ihre angebliche Charakterschwäche und ihre Ichbezogenheit verspottet. Heute wird der Begriff im politischen Kontext und in sozialen Netzwerken von den konservativen amerikanischen Parteien verwendet, um die Liberalen ins Lächerliche zu ziehen, weil diese „zu empfindlich“ und „zu politisch korrekt“ seien und Phänomene wie Rassismus, Sexismus und Ausländerfeindlichkeit in Frage stellen…

Und der Ursprung des Schimpfwortes snowflake? Sehr wahrscheinlich stammt es aus dem 1999 erschienenen, berühmten Film Fight Club des Regisseurs David Fincher, der auf dem gleichnamigen Buch basiert. In einer antikapitalistischen Tirade wettert die Figur Tyler Durden (Brad Pitt): „You are not special. You’re not a beautiful and unique snowflake. You’re the same decaying organic matter as everything else. We’re all part of the same compost heap. We’re all singing, all dancing crap of the world.“ („Ihr seid nichts Besonderes. Ihr seid keine schönen, einzigartigen Schneeflocken. Ihr seid genauso verwesende Biomasse wie alles andere. Wir sind allesamt Teil desselben Komposthaufens. Wir sind der singende, tanzende Abschaum der Welt.“) Da lässt sich wohl nichts mehr machen…

Vulgaritätsindex: +

Redneck

Ist „redneck“ eine diskriminierende Beleidigung? Ja, 100-prozentig. Redneck, wortwörtlich „Rotnacken“, ist eine Bezeichnung für einen rüpelhaften, ungebildeten Menschen, der meist in den USA oder Kanada  auf dem Land lebt (und dem daher die Sonne länger in den Nacken scheint?).

Der in der Vergangenheit eher unbedeutende Begriff wurde vor allem nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg beliebt. Redneck bezeichnete damals die arme, weiße Bevölkerung, die durch den Krieg in den Südstaaten an Ansehen verloren hatten. Andere Quellen legen nahe, dass das Schimpfwort in den 1920er-Jahren während eines Bergarbeiterstreiks im Mittleren Westen populär wurde. Die Gewerkschaftsstreikenden hatten sich als Erkennungszeichen ein rotes Kopftuch um den Hals gebunden.

Heute ist der Begriff nicht gerade ein Kompliment: Er beschreibt auf herablassende Weise einen dummen, chauvinistischen Trinker…

Vulgaritätsindex: +

Nerd

Den kennen Sie schon! 

Erstmals erschienen ist das Wort nerd vermutlich in dem 1951 veröffentlichten Meisterwerk If I Ran the Zoo von Dr. Seuss und bezieht sich auf eine Figur aus dem Buch. Rund zwanzig Jahre später, im Jahr 1974, trug die amerikanische Serie Happy Days zur Verbreitung des Begriffs bei, der damals eine coole Person beschrieb.

Mit der Ankunft des Internets und den neuen Technologien scheint sich der Begriff nerd dann aber ins Negative gewandelt zu haben und bezeichnet inzwischen eine ungesellige Person, die sich nicht um zwischenmenschliche Beziehungen bemüht und für Themen wie Wissenschaft, Informatik und Mathematik begeistert. Nicht zu vergleichen mit dem „geek“, der als zugänglicher gilt und sich besonders für Popkultur interessiert.

Kino-Bonus: Wenn Sie sich ein Bild davon machen möchten, wie der Nerd auf der Leinwand in Szene gesetzt wird, empfehlen wir Ihnen die Filmreihe Revenge of the Nerds (deutscher Titel „Die Rache der Eierköpfe“) aus dem Jahr 1984. Revenge of the Nerds erzählt die Abenteuer einer Gruppe „nerdiger“ Studenten, die sich gemeinsam an ihren Peinigern rächen wollen.

Vulgaritätsindex: +

Bonus 1: Nincompoop

Sind Sie noch am Ball? Tatsächlich gehört diese kryptische Verunglimpfung zu den Favoriten der Autorin dieses Artikels! Das Schimpfwort lässt sich sogar leicht übersetzen, ohne gleich beschämend vulgär zu werden. Nincompoop könnte man im Deutschen mit „Einfaltspinsel“ gleichsetzen. Ist doch ganz nett, oder? 

Etymologisch könnte der Begriff sogar von dem lateinischen Ausdruck non compos mentis („nicht bei klarem Verstand“) stammen. Im Gegensatz zu den anderen Schimpfwörtern dieser Liste ist nincompoop nicht besonders geschichtsträchtig, aber es klingt irgendwie hübsch. Das Wort beschreibt einen dummen, trotteligen Menschen.

Bonus 2: Scobberlotcher

Einer geht noch! Wie könnte man diese Liste abschließen, ohne scobberlotcher zu erwähnen?

Das britische Wort scobberlotcher stammt aus der Zeit um 1600 und ist eine völlig aus der Mode gekommene Beleidigung, deren Ursprung bis heute ungeklärt ist. Lotcher könnte auf „loiter“ zurückgehen, was so viel bedeutet wie „bummeln“ oder „trödeln“, und scobberlotcher könnte aus scopperloit entstanden sein, einem Wort aus einem altenglischen Dialekt, das so viel hieß wie „ein Moment außerhalb der Arbeitszeit“. 

Konkret ist ein scobberlotcher ein Mensch, der Arbeit um jeden Preis scheut und jede auch nur erdenkliche Ausrede der Welt finden würde, um den ganzen Tag dem Nichtstun frönen zu können! Ein lustiger Vogel, dem Sie bei Gymglish auf jeden Fall nie begegnen werden. Übrigens: Wir suchen Mitarbeiter*innen!



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