Möchtest du deine kulturellen Horizonte erweitern und gleichzeitig deine Sprachkenntnisse verbessern? Damit befindest du dich in bester Gesellschaft. Dieser Artikel soll dir ein wenig dabei helfen.
Dokumentarfilme auf Deutsch anzusehen, hilft dir dabei, die Vielzahl an Akzenten, Dialekten und Wendungen der deutschen Sprache zu entdecken und gleichzeitig dein Hörverständnis zu verbessern. Ganz ehrlich, du wirst erstaunt sein, um wie viele neue Wörter du deinen Wortschatz auf diese Weise bereichern kannst. Das allein genügt jedoch nicht – es ist eine Ergänzung zu Online-Deutschkursen wie zum Beispiel Wunderbla.
Hier sind fünf deutsche Dokumentarfilme, die dir helfen werden, die Nuancen der deutschen Sprache zu meistern (Achtung: Diese Filme sind auf Deutsch):
Tanzträume (2010)
„Und jetzt tanzen wir.“ Tanzträume ist ein deutscher Dokumentarfilm aus dem Jahr 2010 unter der Regie von Anne Linsel und Rainer Hoffmann. Der Film zeigt die weltberühmte Tänzerin und Choreografin Pina Bausch, die nur wenige Monate vor ihrem Tod 40 tänzerisch unerfahrene deutsche Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren zusammenbrachte, um eines ihrer berühmtesten Tanzstücke, den „Kontakthof“ aus dem Jahr 1978, zu inszenieren.
Der Film dokumentiert eine 10-monatige Phase intensiver Proben und taucht dabei in das Leben dieser jungen Menschen und ihre erste Begegnung mit der Welt des Tanzes ein. In einem Prozess der Entfaltung und persönlichen Entwicklung entdecken sich die Teenager zunehmend selbst. Die Dokumentation zählt zu den letzten Aufnahmen von Pina Bausch vor ihrem Tod. Die Körpersprache steht in diesem Film im Mittelpunkt, mehr als der Dialog. Im Laufe des Films werden die Tänzer*innen interviewt und erzählen ihre Geschichten. Falls sie dir zu schnell sprechen, nutze die deutschen Untertitel.
Übrigens: Die Produzent*innen des Films haben einige Anstrengungen unternommen, um die Privatsphäre der jugendlichen Tänzer*innen zu schützen. So waren während der Proben weder Fotos noch Presseartikel erlaubt.
Pianomania (2009)

„Was immer wir auf dem Klavier tun, ist eine Sammlung von Illusionen.“ Der nächste Vorschlag bringt die Tasten zum Klingen. Pianomania ist ein deutsch-österreichische Dokumentarfilm von Lilian Franck und Robert Cibis aus dem Jahr 2009.
Pianomania nimmt die Zuschauer*innen mit auf eine humorvolle Reise in eine geheime Welt der Klänge und folgt den Abenteuern des Klaviermechanikers Stefan Knüpfe, der ein Jahr lang Klaviere für weltbekannte Pianisten wie Alfred Brendel, Lang Lang und Pierre-Laurent Aimard präpariert.
Der Film enthält viele technisch-musikalische Begriffe und ist deshalb für Anfänger*innen etwas schwer zu verstehen. Es könnte daher hilfreich sein, den Film mit Untertiteln zu schauen. Aber vergiss nicht, auch die Musik zu genießen.
Übrigens: Der Film wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem als „Bester Ton“ bei den Deutschen Filmpreisen 2011.
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Beuys (2017)
Der 100-minütige Dokumentarfilm Beuys kam im Sommer 2017 unter der Regie des deutschen Filmemachers Andres Veiel in die Kinos und gewann bei der 68. Verleihung des Deutschen Filmpreises 2018 den Preis als bester Dokumentarfilm.
Der Film erzählt das Leben des legendären und umstrittenen deutschen Künstlers Joseph Beuys, bekannt für seine Zeichnungen, Skulpturen, Performances und Happenings. Beuys, oder „der Mann mit dem Filzhut“, war eine der einflussreichsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts in Deutschland. Eine Schlüsselfigur in der Kunstwelt und der erste deutsche Künstler, der eine Einzelausstellung im Guggenheim Museum in New York erhielt. In seinem Heimatland Deutschland hingegen wurde seine Arbeit schon als „der teuerste Müll aller Zeiten“ bezeichnet.
Der Regisseur des Films wollte die Ausstrahlung des Künstlers in den Vordergrund stellen und die Hintergründe seiner spektakulären Inszenierungen näher beleuchten. Dafür präsentierte er unveröffentlichte Audio- und Videoaufnahmen von Joseph Beuys.
Übrigens: Erst kurz vor seinem Tod 1986 willigte Beuys ein, auch ohne seinen Hut fotografiert zu werden.
Berlin: Die Sinfonie der Großstadt (1927)
Berlin: Die Sinfonie der Großstadt von 1927 ist ein avantgardistischer Dokumentarfilm des deutschen Kameramanns Walter Ruttmann und eine poetische Darstellung des täglichen Lebens der Berliner*innen in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen.
Bekannt als das erste „Gesamtkunstwerk“ der Filmgeschichte, basierte diese Dokumentation auf der Idee des österreichischen Dramatikers Carl Mayer und enthält Musik des österreichischen Musikers Edmund Meisel. Berlin: Sinfonie einer Großstadt ist eine Hommage an den ganz normalen Alltag im Berlin der Weimarer Republik. Der Film beginnt bei Sonnenaufgang mit dem langsamen Erwachen der Stadt. Gleich darauf werden die Zuschauer*innen mit einem Zug in das Herz der deutschen Hauptstadt befördert. Dabei spiegelt der Rhythmus des Schnitts nicht nur die Geschwindigkeit des Zuges, sondern auch das geschäftige Treiben der Stadt wider. Der Regisseur verwendete Schnitttechniken, die für die damalige Zeit sehr innovativ waren und dem ähneln, was wir heute als Zeitraffer kennen.
Übrigens: Als der Film herauskam, spielte ein Orchester von mehr als 70 Musiker*innen Edmund Meisels Partitur – etwas Besonderes zu jener Zeit, da die erforderliche Synchronisation der Aufnahme sehr aufwändig war.
Intelligente Bäume (2017)

Zurück zu den Wurzeln mit Intelligente Bäume, produziert von Julia Dordel und Guido Tölke im Jahr 2017. In 45 Minuten enthüllen Wissenschaftler*innen, dass Bäume individuelle Wesen sind, die Gefühle haben, Freundschaften kennen und durch ein unterirdisches System miteinander kommunizieren können. Mit der kanadischen Wissenschaftlerin Suzanne Simard und dem deutschen Förster Peter Wohlleben zeigt der Film Intelligente Bäume, dass unter der Oberfläche eine Menge passiert.
Die Zuschauer*innen werden erkennen, dass Bäume viel mehr sind als Holz für ein Lagerfeuer. Vielmehr sind sie soziale Wesen, die Angst empfinden, sich gegenseitig helfen und sich um ihre jungen und/oder kranken Nachbar*innen kümmern.
Übrigens: Der Dokumentarfilm wurde in Deutschland und in Kanada gedreht, in den Wäldern von Hümmel (südlich von Köln), Forst Rundshorn (nordöstlich von Hannover) und Lighthouse Park (West Vancouver).
Bonus: Winter adé (1989)
Wir beenden unsere Auswahl mit Winter adé, einem Schwarz-Weiß-Dokumentarfilm, der die Rolle der Frauen in der ostdeutschen Gesellschaft untersucht. Aus der alten Bergbaustadt Zwickau, unweit der tschechischen Grenze, reist die Feministin und Avantgarde-Regisseurin Helke Misselwitz mit dem Zug quer durch die DDR und interviewt Frauen über ihr Leben und ihre Wünsche.
Misselwitz’ Dokumentarfilm ist einer der letzten Langfilme, der von den DEFA-Filmstudios der DDR produziert wurde. Winter adé zeigt eine sich verändernde Gesellschaft und stellt das staatliche Bild der Frauen in Frage.
Übrigens: Winter adé ist der Titel eines beliebten deutschen Kinderlieds. Es bedeutet „Abschied vom Winter“ und feiert den Beginn des Frühlings.
Eine Sprache zu lernen bedeutet nicht nur, eine Liste von Wörtern oder eine Reihe von Regeln zu lernen – Sprache ist auch Kultur. Wenn dieser Dokumentarfilm-Marathon nicht genug ist, warum nicht eine 10-tägige kostenlose Testversion unseres Online-Deutsch-Kurses Wunderbla ausprobieren? Kurze, unterhaltsame und personalisierte Lektionen werden dein Deutsch im Handumdrehen aufpolieren.
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