Microlearning: Wie motiviert man die Lernenden im Jahr 2020?

Das Microlearning (oder Mikro-Lernen) ist eine Lehrmethode, die es ermöglicht, in relativ kurzen Unterrichtseinheiten ein Maximum an Informationen zu behalten. 

Kurz gesagt, nicht so lange, aber dafür (häufiger und) besser lernen.

Wir machen von dieser Methode seit unseren Anfängen im Jahr 2004 intensiven Gebrauch. Heute erläutert uns Antoine Brenner, der Mitbegründer von Gymglish, eines der pädagogischen Grundprinzipien unserer Online-Kurse.

Hallo, Antoine! Gymglish ermöglicht es, eine Sprache in nur 10 Minuten pro Tag zu erlernen. Aber ist das wirklich ausreichend?

Das hängt immer von den Absichten jedes beziehungsweise jeder Einzelnen ab. Wenn man sich zum Ziel setzt, alle Sprachen der Welt zu erlernen oder innerhalb weniger Monate zweisprachig zu werden, ist das natürlich ein Ding der Unmöglichkeit. Jedoch sind wir davon überzeugt, dass Microlearning hervorragend geeignet ist, um eine Sprache zu erlernen, deren Grundlagen bereits erworben wurden.

Sich mit einer Disziplin zehn Minuten pro Tag zu beschäftigen bedeutet, dass sich die erworbenen Kenntnisse dauerhaft vertiefen, ohne dass die Lernenden die Lust daran verlieren: dies ist der eigentliche Vorteil dieser Methode.

Natürlich machen die Lernenden weniger schnelle Fortschritte als bei täglichem Präsenzunterricht, aber sie werden langfristig von einer regelmäßigen Lernroutine profitieren und Informationen viel länger behalten.  Ich möchte auch hinzufügen, dass der Hauptnutzen des Mikrolernens in der Aufrechterhaltung des „gymnastischen” Lernens besteht. Das erworbene Wissen steht den Lernenden sofort zur Verfügung, was nicht der Fall ist, wenn wir Dinge lernen, die wir nicht täglich anwenden und die wir am Ende vergessen.

Ist die Entscheidung für das Microlearning so alt wie Gymglish selbst?

Seit unseren Anfängen in 2004 hatten wir das Ziel, Kurse mit kleinen Lerneinheiten anzubieten, da uns bewusst war, dass regelmäßiges Lernen der Schlüssel zum Lernerfolg ist. Unsere Unterrichtseinheiten basieren auf Tests, deren häufige Durchführung für das Erinnern sehr wichtig ist, wie es auch die 2013 von mehreren Universitäten durchgeführte Studie “Improving Students’ Learning With Effective Learning Techniques” belegt. Diese Studie bewertet das Durchführen von Einstufungstests sowie “distributed practice” (zeitlich auseinanderliegende Arbeitseinheiten), die unserer Meinung nach zu den zwei effektivsten Methoden im Rahmen des Microlearnings zählen. 

Längere Lektionen würden zu viel Zeit unserer Lernenden in Anspruch nehmen und sich langfristig nachteilig auf die Teilnahme auswirken. Mit anderen Worten, der Ansatz des Mikrolernens trägt dazu bei, ein gewisses Maß an Beständigkeit zu erreichen, ohne die Zeitpläne unserer Lernenden zu überlasten. Im Gegenzug sind wir stolz darauf, eine sehr hohe Teilnahmequote unserer Lernenden von über 80% vorweisen zu können.

Ist die Microlearning-Methode für jedes Publikum geeignet? 

Auch wenn ein kleiner Teil der Bevölkerung in der Lage sein mag, jeden Tag drei von vier Stunden dem Erlernen von etwas Neuem zu widmen, so ist dies sicher nicht bei allen der Fall! Ich denke, mithilfe des Microlearning-Ansatzes gelingt es, 80% bis 90% der Bevölkerung zum regelmäßigen Lernen zu bringen.

Dadurch kann das Microlearning für sehr viele Menschen attraktiv sein und regelmäßiges Lernen sicherstellen.

Denkst Du, dass sich Microlearning und Spaced Learning gegenseitig ergänzen?

Ich würde sagen, dass Spaced Repetition Learning, das ja auch zu unserem pädagogischen Instrumentarium gehört, das Lernen per Microlearning effizienter macht. Um die langfristige Motivation zu unterstützen, bedient sich Gymglish verschiedener Lehrmethoden (Adaptive Learning, Microlearning, Spaced Learning, usw.), damit die erworbenen Kenntnisse so gut wie möglich gefestigt werden.

Gymglish arbeitet unablässig daran, seinen Benutzer*innen im Interesse von Lernen, Erinnern und langfristiger Motivation die bestmögliche Erfahrung zu bieten.


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