Wie nutzt Gymglish adaptives Lernen in seinen Onlinekursen?

Adaptive Learning oder “adaptives Lernen“ ist eine Lehrmethode, die mithilfe technischer Mittel auf die einzelnen Lernenden zugeschnittene Lehrprogramme erstellt. 

Bei Gymglish machen wir von dieser individuell angepassten Methode seit unseren Anfängen 2004 intensiven Gebrauch. Wir möchten Sie heute einladen, mit dem Mitbegründer von Gymglish, Antoine Brenner, hinter die Kulissen unserer Unterrichtsmethodik zu sehen.

Adaptive Learning ist das Buzzwort im Bereich der EdTech. 

Adaptives Lernen wird mit den neuen Technologien zwar gern in einem Atemzug genannt, ist aber beileibe keine Erfindung von heute. Unterricht, insbesondere Sprachunterricht, ohne angepasste Inhalte zu gestalten, ist fast ein Ding der Unmöglichkeit, denn: alle Lernenden haben individuelle Bedürfnisse. Bei der ältesten Methode adaptiven Lernens passen sich Lehrerinnen und Lehrer ganz selbstverständlich an das Niveau, die Erwartungen und Lücken ihrer jeweiligen Schüler*innen an. 

Nun hat jedoch das digitale adaptive learning angesichts der technischen Entwicklungen der vergangenen 15 Jahre einen neuen Schub erfahren. Es hat eine größere Verbreitung gefunden und bietet früher nie da gewesene Möglichkeiten zur individuellen Unterrichtsgestaltung. 

Heute kann man zwischen mehreren Arten des adaptive learning unterscheiden: 

  • Ein Eingangstest zur Einstufung, gefolgt von einem linear verlaufenden Kurs: nach einem Einstufungstest bewältigen die Lernenden ein festgelegtes Programm, das aus Beantwortung mit anschließender Korrektur besteht. Dies ist natürlich die einfachste Variante der Methode.
  • Die Methode einer Lenkung, die von den Antworten der Lerner abhängt: die Fortschritte der Lernenden werden immer wieder während ihres Vorankommens im Kursprogramm evaluiert. Je nachdem, wie die Antworten ausfallen, werden die Lernenden zu unterschiedlichen Inhalten gelenkt. Die möglichen “Wege“ durch das Lernprogramm müssen von den Didaktiker*innen im Voraus skizziert werden. Da sie alle miteinander kombinierbar sind, kann die Anzahl der möglichen Kursverläufe exponentiell ansteigen.
  • Die nachfolgend beschriebene Methode der individualisierten Kursgestaltung anhand eines in Echtzeit aktualisierten Modells des bzw. der Lernenden, wie dies bei Gymglish praktiziert wird (und im Unterschied zur vorigen Methode unabhängig vom vorherigen Kursverlauf).

Adaptive learning ist einer der vier zentralen Pfeiler der Gymglish-Methodik. Unsere künstliche Intelligenz macht sich die täglichen Interaktionen unserer Lernenden zunutze. Diese “Spuren“, wie wir sie nennen, umfassen Antworten auf Fragen, Beharrlichkeit, usw. und ermöglichen es, ihre Kenntnisse zu einem Modell zusammenzufassen. Für diese Lernenden erarbeitet unser KI-Expertensystem jeden Tag aufs Neue, und in Abhängigkeit vom Modell des jeweiligen Lernenden, das am besten geeignete Kursprogramm.

Wir haben also einen nicht-linearen Ansatz, der nicht einer anfänglichen Einstufung folgt. Er ist auch nicht gelenkt: er beruht vor allem auf dem “Lerner*in-Modell“. Dieses Modell ist eine Momentaufnahme aller Aspekte, die beherrscht werden, die wiederholt oder gelernt werden müssen. Je weiter die Lernenden voranschreiten, desto mehr “Spuren“ hinterlassen sie und umso besser kann unser Expertensystem die Kenntnisse und Bedürfnisse der Benutzer*innen analysieren. Auf diese Weise kann das Modell immer weiter verfeinert werden. 

Das adaptive Lernen hat seinen Nutzen hinreichend unter Beweis gestellt (natürlich immer unter der Voraussetzung, dass die Lernenden am Ball bleiben). Den Lernenden ist in der Realität selten bewusst, nach welchem Prinzip des adaptive learning ihr Kurs funktioniert. Für die das Unterrichtsprogramm gestaltenden Didaktiker*innen ist dies allerdings eine ganz zentrale Frage. Für sie ist ein Einstufungstest mit einem anschließenden linearen Programm eine simple Angelegenheit, die sich allerdings als unzulässige Vereinfachung herausstellen kann: Die Lernenden besitzen alle ihre persönliche Lerngeschichte mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen hinsichtlich der gelernten Sprache. Für sie kann dies Verfahren zu viel Einschränkung und zu wenig Flexibilität bedeuten. Sieht man sich hingegen das gelenkte Modell an, muss man sich bewusst sein, dass die Didaktiker*innen aufgrund der exponentiellen Zahl der Wege durch das Programm auf die Unterstützung einer ganzen Heerschar von Linguist*innen und Ingenieur*innen angewiesen sind. 

Adaptives Lernen setzt ein funktionierendes Modell vom Lernenden voraus, das sich an Lernzielen orientiert. Entsprechend werden zu einem gegebenen Zeitpunkt t jeweils die am besten geeigneten Inhalte aus einer Datenbank ausgewählt. Über mögliche Wege brauchen sich Didaktiker*innen nicht den Kopf zu zerbrechen. Sie beschäftigen sich ausschließlich mit der Evaluierung von Kenntnissen, was die Aufgabe stark vereinfacht.  

Wir gehen davon aus, dass echtes adaptives Lernen der effizienteste Weg zum Erlernen einer Fremdsprache ist. Damit scheiden Eingangstests, gefolgt von einem linearen Kursprogramm, gleich aus. Zugleich sind wir überzeugt, dass eine gelenkte Methode für Didaktiker*innen einen derart immensen Aufwand bedeutet, dass sie sich nur in besonderen Einzelfällen empfiehlt. Somit stellt die mit einem Lerner*in-Modell verknüpfte Herangehensweise eines individuell angepassten Programms die geeignetste Grundlage für eine Methodik des adaptiven Lernens im 21. Jahrhundert dar. Genau daran orientiert sich unser Angebot Gymglish Studio, das mit Software-Tools, Schulungsformaten und Begleitangeboten unseren Partnern die Möglichkeit gibt, ihren eigenen Onlinekurs “the Gymglish way“ zu konzipieren.

Gymglish arbeitet unablässig daran, seinen Benutzer*innen im Interesse von Lernen, Behalten und Beharrlichkeit die bestmögliche Erfahrung zu vermitteln. Möchten Sie einen unserer Kurse testen? Klicken Sie hier.


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