10 französische Gerichte, die Sie lieber nicht kennenlernen wollen

Essen – das ist ein grundlegendes Menschenrecht und gleichzeitig ein unverzichtbares Mittel zum Überleben. Aber es gibt ein paar französische Gerichte, die wir selbst unseren schlimmsten Feinden nicht auftischen würden. 

In diesem leicht verdaulichen Beitrag bringen wir Ihnen  10 kulinarische Kuriositäten Frankreichs näher.s Dafür möchten wir uns schon jetzt entschuldigen – und zugleich bon appétit wünschen. Natürlich ist uns klar, dass Geschmack eine sehr relative Sache ist: Was dem einen der doppelte Cheeseburger ist, sind dem anderen die Froschschenkel. Die folgenden traditionellen französischen Gerichte finden nämlich manche Gallier*innen absolut normal und… köstlich.

1) Langue de boeuf (Rinderzunge)

Rinderzunge ist eine rustikale französische Delikatesse, die oft in dünnen, kaum als solche zu erkennenden Scheiben serviert wird. So wird der ihr innewohnende Horror diskret verschleiert. Die Konsistenz ist schon sehr speziell. Renommierte französische Köche beschreiben Zunge als ein Fleisch, das auf der Zunge zergeht. Wir sind eher skeptisch. Bon appétit bien sûr. 

2) Tripes (Kutteln)

Im Ernst, das soll ich essen? – hören wir Sie jetzt schon sagen. Aber ja doch, genau das erwarten wir und hoffen, dass Sie einen gesunden Magen haben. Auf der Zutatenliste dieses furchteinflößenden Gerichts stehen traditionell Rinderpansen – der größte der drei Vormägen beim Wiederkäuer – und weitere leckere Stückchen aus dem Blätter-, Netz- und Labmagen. Auch ein Kalbsfuß darf mit rein.  Das Gericht wird viele Stunden lang in Cidre und Calvados, Kräutern und Gemüse gekocht. Unsere Meinung: Auch wenn man die Tripes mit einem noch so klangvollen, französischen Akzent ausspricht: ihren Schrecken verlieren sie dadurch keineswegs! 

3) Andouillette

Während die eine Hälfte der französischen Bevölkerung über diese scharfe, mit Tierdarm gefüllte Wurst die Nase rümpft, läuft de anderen das Wasser im Mund zusammen, wenn sie nur daran denkt. Dieses Grundnahrungsmittel des Südens spielt eine so wichtige Rolle, dass es sogar einen eigenen Verband gibt, die „Association Amicale des Amateurs d’Andouillette Authentique“, kurz „AAAA“, auf Deutsch: Freundschaftsverein der Liebhaber der authentischen Andouillette. Am besten sie spülen diese Wurst mit einer schönen Flasche Bordeaux hinunter. Andernfalls könnten ihre Geschmacksknospen Schaden nehmen. 

4) Tête de veau (Kalbskopf)

Nach der Zunge und den Eingeweiden ist der nächste logische Schritt, einen entbeinten Kalbskopf zu probieren. Der Tête de veau soll zahlreiche gesundheitsfördernde Eigenschaften besitzen: er sollzum Beispiel sehr proteinreich, gut für Haut und Knochen und äußerst empfehlenswert bei Arthritis sein. Das klingt zwar beeindruckend. Trotzdem sind wir sicher, dass es Alternativen gibt, bei denen es uns erspart bleibt, Tierköpfe zu essen.  

5) Pied de porc (Schweinefuß)

Ganz oben auf der Rangliste der traumatischen Essenserfahrungen stehen Schweinefüße. Bevor Sie dies in Erwägung ziehen, denken Sie daran, dass es unmöglich ist, einen Schweinefuß auch nur einigermaßen stilvoll zu verzehren. Auf jeden Fall müssen Sie die Pfote mit beiden Händen packen, um das Fleisch vom Knochen abzunagen. Was für ein reizender Anblick. Wussten Sie, dass man in Frankreich nahezu alle Teile vom Schwein verwertet? Oder wie der Franzose sagt: „Tout est bon dans le cochon.“ (Alles vom Schwein ist fein).

6) Cuisses de grenouilles (Froschschenkel)

Als eine der klischeehaftesten Delikatessen der französischen Küche verlieren Froschschenkel zunehmend an Popularität. Aber vielleicht haben sie Glück und bekommen in einem altmodischen Bistro noch ein paar davon auf den Teller. Sie sind ganz schön schwer zu schlucken, wenn Sie uns fragen. 

7) Rognons (Rindernieren)

Wenn Sie durch die Straßen von Bordeaux und Lyon schlendern, könnte Ihnen der Gedanke kommen, dass Sie hier ein einmaliges kulinarisches Erlebnis erwartet. Kronleuchter, zuvorkommende Kellner und Kellnerinnenund goldene Spiegel – und dann bekommen Sie Rognons, also Rindernieren,serviert. Und Achtung, es kommt noch schlimmer: Rognons blancs sind Hoden. Haben Sie sonst noch Fragen?

8) Couilles de mouton

Hammelhoden. Damit haben wir schon zu viel gesagt. 

9) Boudin noir (Blutwurst)

Auf den ersten Blick sieht sie vielleicht wie eine gewöhnliche Wurst aus. Aber lassen Sie sich nicht täuschen. Unter der Wursthülle verbirgt sich eine gallertartige Masse aus erstarrtem Schweineblut, -fleisch und -fett, sowie Sahne und Gewürzen. Einzigartig. 

10) Escargot au beurre persillé

Wie könnte man diese Liste besser abschließen als mit einer schleimigen Schnecke? Traditionell werden sie, wie der Name schon sagt, mit einer Sauce aus Butter und Petersilie und noch in ihrem Schneckenhaus serviert. Obwohl wir die kleinen Kerlchen doch eingeladen haben, aus ihrem Schneckenhaus herausauszukommen. Bonus: Es gibt todschicke Bestecksets, mit denen Sie Ihre Schnecken stilvoll extrahieren können. Nichts anderes hätten wir erwartet. 

Anmerkung: Diese abenteuerlichen Gerichte stehen bei der ersten Frankreich-Reise vielleicht noch nicht unbedingt bei jedem auf der To-Do-Liste. Warum probieren Sie in der Zwischenzeit nicht unseren Online-Französischkurs Frantastique aus? Er bietet unterhaltsame, kurze und personalisierte Französischstunden.


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