„In Korea ist man beruflich konkurrenzfähig, wenn man Fremdsprachen spricht“, Emmanuel Lainé, Direktor des Sprachzentrums der französischen Botschaft in Korea

Das Sprachzentrum der französischen Botschaft in Korea zeichnet sich durch die Qualität seiner Kurse aus, ob in Form von Präsenz- oder Fernunterricht, und das in einem sehr wettbewerbsintensiven Umfeld.

Wir haben mit Emmanuel Lainé, dem Direktor des Zentrums, gesprochen, um mehr über den Markt des Sprachunterrichts in Seoul und die Bedürfnisse der Lernenden zu erfahren. 

Hallo Emmanuel, würden Sie uns bitte Ihre Einrichtung vorstellen? 

Im Anschluss an meine Tätigkeit als Direktor der Alliance Française de Séoul erhielt ich vom Kulturdienst der französischen Botschaft in Korea den Auftrag, ein eigenes Schulungszentrum für den Französischunterricht für Erwachsene aufzubauen; es wurde im Juli 2020 eröffnet. Unsere Aktivitäten umfassen heute Französischkurse für Erwachsene und Kinder sowie die Ausstellung von Sprachzertifikaten.  

In Korea ist der Kontext des Fremdsprachenerwerbs ein ganz besonderer. Man ist hier vor allem dann beruflich konkurrenzfähig, wenn man Fremdsprachen spricht. Die Student*innen der hiesigen Universitäten sind hoch motiviert und wollen sogar über das von ihren Hochschulen angebotene Programm hinausgehen. Sie melden sich daher in Schulungszentren an, um noch schneller zu lernen. Für sie ist es überaus wichtig, das ganze Jahr über die besten Prüfungsergebnisse und Noten zu erreichen und die bestmögliche Ausbildung zu erhalten. 

Über dieses Publikum hinaus besuchen seit ein paar Jahren auch Menschen unsere Einrichtung, die zum Vergnügen, für künftige Reisen oder einfach aus Liebe zur Sprache Französisch lernen möchten. Auf jeden Fall sind die Koreaner*innen große Fans von Präsenzunterricht. Sie schätzen den Kontakt mit den Lehrenden und mögen das „klassische“ Format dieser Kursart. 

Dennoch mussten Sie Ihr Angebot an die aktuelle Wirtschaftslage anpassen … 

Tatsächlich war es schon immer unser Bestreben, einen möglichst umfangreichen Kurskatalog anzubieten, sowohl in Bezug auf die Inhalte als auch auf die Kursformate. Unsere Einrichtung ist auf erstklassige Unterstützung beim Fremdsprachenerwerb zu erschwinglichen Preisen ausgerichtet. Durch die Krise waren wir gezwungen, uns sehr schnell anzupassen, und so musste schnell das E-Learning eingeführt werden. In der Vergangenheit ist dies immer ein Kursformat gewesen, das wir schlecht verkauft haben, weil es nicht in unser Geschäftsmodell passte. Es ist wichtig anzumerken, dass der E-Learning-Markt in Seoul sehr wettbewerbsintensiv ist und viele spezialisierte Unternehmen bereits gut auf dem Markt etabliert sind. Dennoch war die Pandemie eine gute Gelegenheit für uns, um unsere Kompetenzen auszubauen und über ein neues Geschäftsmodell nachzudenken, insbesondere im Bereich der Kurse für junge Menschen, für die wir als erstes, parallel zum Präsenzunterricht, einen Online-Kurs anboten. 

Ihre Partnerschaft mit Gymglish begann im Jahr 2019, also vor der Krise? 

Ja, das Frantastique-Angebot (Französischkurse) wurde zu einer Zeit eingeführt, als wir noch keine Angebote für Erwachsene hatten. Wir hatten bereits darüber nachgedacht, unseren Kurskatalog zu erweitern und dieses Produkt hat uns sofort überzeugt, weil die Einrichtung der App und die tägliche Verwendung so einfach sind.  Außerdem denke ich, dass die Gymglish-Lektionen einer Nachfrage der Koreaner*innen nachkommen, die überall und ständig mit dem Internet verbunden sind. Schon zu Beginn unserer Zusammenarbeit bemerkten wir, dass viele das kostenlose Testangebot nutzten. Wir berichteten zudem unseren Kollegen des Netzwerks der Alliance Française von dieser Erfahrung, die noch keine E-Learning-Angebote hatten. 

Unsere größte Herausforderung besteht jetzt darin, unsere Student*innen, die sich nach einem Jahr Fernunterricht langsam nach etwas anderem sehnen, wieder zu motivieren. Wir hoffen also, dass die kurzen, lustigen Lektionen von Gymglish, die an die verschiedenen Niveaus der Studierenden angepasst sind, neuen Schwung in den Lernprozess bringen … Fortsetzung folgt!


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